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„Ausplünderung der Tierhalter durch deutsche Tierärzte“


Im Hamburger Abendblatt vom 11. Juli 2011 konnte man ganzseitig Vorwürfe an die Adresse eines Hamburger Tierarztes nachlesen: Überhöhte, nicht nachzuvollziehende Rechnungen, Operationen, die auf dem Wohnzimmerteppich stattfanden und von anderen Tierärzten als Pfusch entlarvt wurden und wirklich merkwürdige Inkassomethoden – und das seit Jahren unter den Augen der Hamburger Tierärztekammer.

Der letzte Satz hat sich mir eingeprägt: „An der Glastür seiner XXXXX XXXX Praxis klebt ein Schild; die Aufschrift: „Haben Sie heute schon ihren Tierarzt gelobt;“

Dieser Aufkleber war mir bekannt. Er wurde vor vielen Jahren von Pharmavertretern der Firma Janssen den Tierärztinnen und Tierärzten in großen Mengen aufgedrängt: Das Ziel war die Einführung eines oder mehrerer Pharmaprodukte in der jeweilige Praxis.

Wir haben diese Aufkleber konsequent in den Müll befördert, aber man kann sie immer wieder z.B. auf Fahrzeugen sehen, jeweils in Verbindung mit Namen und Anschrift einer Tierärztin. Komisch: bei Tierärzten (männlich) höre ich zum ersten Mal von der Verwendung. Abgesehen davon erinnert mich dieser Aufkleber an einen anderen, besonders geschmacklosen Aufkleber – meist zu finden auf Edelkarossen der Marke Daimler-Benz o.ä. mit dem Text: „Eure Armut kotzt mich an.“ Warum backen sich die Leute sowas an die Scheiben oder ans Auto?

Dem Hamburger Abendblatt habe ich am 11.7.2011 einen Leserbrief mit folgendem Inhalt geschrieben:

Artikel über XXXXX XXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Oberen der deutschen Tiermedizin haben vor Jahrzehnten die Gebührenordnung für Tierärzte erfunden und für verbindlich erklären lassen. Diese GOT schafft dem Tierärztestand die Möglichkeit, ungestraft eine Profitmaximierung zu betreiben, die einem die Schamesröte ins Gesicht steigen lässt. Es handelt sich um die gesetzliche Grundlage für hemmungslose Bereicherung und stellt eine stetig größer werdende Zahl von Hunde- und Katzenhaltern ins Abseits. Deshalb muss dieses perfide Machwerk vom Gesetzgeber abgeschafft und durch einen Gebührenleitfaden ersetzt werden, der sich ausschließlich an dem einfachen Satz der heutigen GOT orientiert. Außerdem muss eine Ethikkommission her, die darüber hinaus gehende Abzocke als Therapiebetrug verbindlich entlarvt und dem Staatsanwalt zur Anzeige bringt.

Hamburg ist leider seit langem schon ein Pflaster geworden, auf welchem immer mehr Tierärztinnen und Tierärzte Tierhalter mit knallharten und hohen Rechnungen abzocken und das geht so: Nette Treffen werden zur regionalen Kartellbildung umfunktioniert. Die Tierhalter dort haben keine Chance, weil Preise abgesprochen werden. Wie finden Sie das?


Mit freundlichen Grüssen

Dirk Schrader, lt. Tierarzt
Tierärztliches Institut für angewandte Kleintiermedizin 22143 Hamburg,
www.tieraerzte-hamburg,com


Die Redakteure des Hamburger Abendblattes bekamen wohl einen Schluckauf. Jedenfalls rief mich einer der Herren an und vereinbarte mit mir ein Interview. Vorher sagte er noch: „Es ist Ihnen doch klar, dass Sie Ihren eigenen Berufsstand anpinkeln?“ Meine Antwort darauf leicht aggressiv: „ Ich – den anpinkeln? Der pinkelt uns an. Ich habe keine Lust demnächst nur noch für reich-reich zu arbeiten. Normale Menschen haben ja jetzt schon Probleme zum Tierarzt zu gehen und die Schwellenangst ist furchtbar geworden“.


Am Mittwoch, den 13. Juli 2011 konnte man im Hamburger Abendblatt Folgendes lesen:

Tierhalter werden übers Ohr gehauen

Der Fall von XXXXXXXXX XXxxxxx wirft ein schlechtes Licht auf den Berufsstand, sagt der Veterinär Dirk Schrader. Xxxxxx sei kein Einzelfall

Volker Ter Haseborg, Lars Nagel

Hamburg: Der Fall des XXXXXXXXX XXXXXXXXX Xxxxxx Xxxxxx beschäftigt Hamburger Tierärzte. Er sei kein Einzelfall, sondern stehe exemplarisch für Fehlentwicklungen der Branche, sagt der Rahlstedter Tierarzt Dirk Schrader. Das Abendblatt hatte berichtet, dass die Hamburger Tierärztekammer seit 2005 mehr als 30 Beschwerden gegen Xxxxxx Behandlungsmethoden und Abrechnungen erhalten hat. Eine Ex-Mitarbeiterin der Praxis wirft Xxxxxx vor, dass er sich nicht immer an die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gehalten habe. Xxxxxx kündigte eine Stellungnahme nach seiner Rückkehr am 25. Juli an.

Der 67-jährige Tierarzt Dirk Schrader aus Rahlstedt zeigte sich von den Vorwürfen nicht überrascht. Er kenne ähnliche Fälle. Im Abendblatt-Interview spricht er von Abzocke, Preisabsprachen und dem Schaden für den Ruf der Tierärzte.

Jede Unterschreitung der Gebührenordnung würde von der Tierärztekammer härter verfolgt als Xxxxxx Xxxxxx (Dirk Schrader)

Abendblatt: Wie fair rechnen Hamburger Tierärzte ab?

Dirk Schrader: Was Xxxxxx Kunden beschreiben, sind leider keine Einzelfälle. Das nimmt zu. Besonders in Notdiensten. Nur weil ein Hund zweimal hustet, werden gleich Röntgenbilder gemacht und 250 Euro kassiert. Der ahnungslose Tierhalter merkt nicht einmal, dass er über das Ohr gehauen wird.

Abendblatt: Laut GOT können Tierärzte für ihre Leistungen den einfachen, zweifachen oder dreifachen Satz kassieren. Wer entscheidet das?

Schrader: Der Tierarzt legt den Satz selbst und völlig willkürlich fest. Ein Kaiserschnitt beim Hund kostet ohne Narkose nach dem einfachen Satz 143,16 Euro, nach dem zweifachen 286,32 Euro. Der dreifache Satz beträgt 429,48 Euro.

Abendblatt: Und da haben die Tierärzte wirklich freie Hand?

Schrader: Ja. Eine Redensart war früher: „Guck doch mal aus dem Fenster, mit was für einem Auto der Tierhalter vorfährt oder ob eine Tierhalterin einen Nerz anhat.“ Ich habe das nie verstanden. Wir verdienen in dem Beruf eine Menge Geld, und wir haben auch einen gewissen sozialen Auftrag.

Abendblatt: Heißt das, Tierärzte sollen freiwillig auf Geld verzichten?

Schrader: Heute geht der Trend grundsätzlich zum Höchstpreis. Zum Beispiel beim Impfen. Hunde erhalten eine Mischimpfung gegen Staupe, Hepatitis und Zwingerhusten und Parvovirose. Die Mischung kaufen wir bei der Pharma-Industrie für 1,95 Euro. Die Impfung kostet bei uns in der Praxis 28.30 Euro. Ich weiß von anderen Tierärzten, die dafür 85 Euro kassieren. Dafür fehlt mir jedes Verständnis.

Abendblatt: Was muss passieren?

Schrader: Die GOT wurde in den 70er Jahren geschrieben. Sie gehört abgeschafft, es sollte einheitliche Preise geben, die sich am einfachen Satz orientieren. Den nehmen wir in unserer Praxis, damit kann man genug Geld verdienen, auch wenn man damit nicht reich wird. Außerdem sollten Tierärztekammern Ethikkommissionen einrichten.

Abendblatt: Was sollten solche Ethikkommissionen den erreichen?

Schrader: Das Vertrauen der Tierhalter in die Tierärzte ist weg. Wir müssen es zurückgewinnen. Nur dafür müssen wir runter von unserem sehr hohen Ross. Ich weiß von Preisabsprachen zwischen Praxen. Dass Kunden keine ordentlichen Rechnungen bekommen, höre ich häufiger. Steuerhinterziehung ist nicht nur eine Hauptbeschäftigung der italienischen Mafia, sondern auch von deutschen Tierärzten. Für manche Dinge müsste man eigentlich den Staatsanwalt einschalten.

Abendblatt: Macht die Tierärztekammer genug?

Schrader: Die Kammer sitzt doch selbst zwischen Baum und Borke. Wenn die Verantwortlichen dort Rechnungen nach GOT prüfen, stellen sie oft fest, dass die Vorlage den hohen Preis durchaus hergibt. Aber anständig ist der Preis dann natürlich trotzdem nicht. Sie müssen nur einmal überlegen, was passiert, wenn ein Tierarzt den niedrigsten Satz der GOT unterschreitet.

Abendblatt: Was passiert dann?

Schrader: Der einfache Gebührensatz ist rechtlich bindend. Wer den unterschreitet, wird rechtlich verfolgt. Der würde ja die Preise kaputtmachen. Man könnte zugespitzt sagen: Jede Unterschreitung der Gebührenordnung würde von der Tierärztekammer härter verfolgt als Xxxxxx Xxxxxx.


Am selben Tage riefen Tierhalter an, wir erhielten e-mails mit freundlichen Grüssen und dem Dankeschön für das Interview. Eine Kundin aus Barsbüttel brachte einen hervorragenden Apfelkuchen mit Sahne – the best you can get!!.

Aber – es stellen sich zu diesem schmuddeligen Komplex auch folgende Fragen:

Wie ist es möglich, dass die Presse aus der Tierärztekammer heraus Dinge erfährt, die ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt sind. Wer hat in der Tierärztekammer Hamburg diese ekelhaften Geschichten über Xxxxxx Xxxxxx für die Öffentlichkeit freigegeben? Stimmen die überhaupt? Wenn sie nicht stimmen, dann handelt es sich um eine gezielte Verleumdung, eine Existenzvernichtungsdkampagne und die wäre eine Angelegenheit für den Staatsanwalt. Stimmen die Vorwürfe tatsächlich , müsste auch ein Staatsanwalt einschreiten. Oder – handelt es sich um einen Krieg zwischen zwei Praxen, in welchem die Presse auf das Widerlichste missbraucht wird?

Man sollte sich nicht täuschen lassen.


Anruf aus Kuba – Telefonat mit Xxxxxx Xxxxxx

Heute am 14.7.2011 ruft mich Xxxxxx Xxxxxx aus xxxxx in der Praxis an. Er fragt mich, ob ich ihm helfen könne, denn seine Feindin, die Kollegin Dr. Elsner, (derzeitige Kammerpräsidentin) arbeite seit 2006 seit seiner Niederlassung gegen ihn – mit den gemeinsten Methoden. Die beiden Praxen würden nicht mal 800 Meter auseinanderliegen. Er sagt auch, dass die Vorwürfe gegen ihn nicht wahr seien. Es würde sich um eine Vernichtungskampagne handeln.

Ich antwortete ihm, dass ich nicht beurteilen will, ob er als Tierarzt zu teuer sei oder Mist gebaut hätte – auf jeden Fall hielte ich die „Leckage“ aus der Tierärztekammer für inakzeptabel und strafrechtlich zu bewerten. Und ich fragte ihn, warum er mich anruft.

Weil Sie auch Ärger mit der Kammer haben“.

Stimmt dachte ich. Aber ich habe immer Ärger mit der Kammer, weil ich in dem von ihr geschaffenen Mainstream nicht „mitschwimme“. Kurz: Weil die Herrschaften im Vorstand der Kammer immer die sind, die da immer sind. Die ihre Macht weidlich gegen Nichtmainstreamer ausnutzen und zu ihrer eigenen Befriedigung - oder wozu noch? versuchen, anderen Schaden zuzufügen. Ich erinnere mich daran, dass ein Vizepräsident der Hamburger Tierärztekammer mir lautstark in einer Kammerversammlung die Approbation entziehen wollte – weil ich es gewagt hatte, einen vernünftigen Notdienst in Hamburg zu organisieren. Ich habe ihm gesagt, dass er ein Vollidiot und ein Spinner sei. Es gibt wirklich viele „Freundlichkeiten, die ich bis heute mit dem Vorstand der Tierärztekammer austausche. Man braucht da nur mal die webseite www.kritische-tiermedizin.de zu bemühen.

Demnächst ist ein Prozess im Landgericht Hamburg fällig. Ich habe in einem Interview mit der Internet-Zeitung www.houndsandpeople.com so etwas gesagt wie: „Die GOT ist Scheisse. Die muss weg, wir haben das schon in unserer Praxis gemacht“. Ha! Die werte Kollegin Dr. Elsner wertet das als Kammerpräsidentin als „unlauteren Wettbewerb“.

Zu Xxxxxx Xxxxxx habe ich noch gesagt: “Was glauben Sie? Spielt bei Ihnen etwa auch Rassismus der perfidesten Sorte eine Rolle? – So nach dem Motto eines US-Verteidigungsministers: „Wir behalten uns das Recht vor, Nigger zu bombardieren.“

Kersten Artus, ihres Zeichens Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, schrieb mir per e-mail: „Danke für das Interview – Deine Kollegen werden Dich sicher dafür lieben“. Recht hat se.

Aber mit meinen 67 Jahren halte ich es mit meinem Freund Götz von Berlichingen und als Fan von Dietrich Grönemeyer kann ich bestätigen: „Nur tote Fische schwimmen nicht gegen den Strom.“

Dirk Schrader, Hamburg


Journalismus

Stimmt es, was in Zeitungen steht? Es stimmt oft. Sehr oft liest man Halbwahrheiten, die aus Wahrheiten zusammengeschustert wurden. Der Zweck: Auflagenerhöhung, Zeilenhonorar. Die Ursache: mangelhafte Bildung, schlechte Bezahlung.

So geschah es am 12. Juli 2011. Nachdem ich einen Leserbrief in Sachen Xxxxxx Xxxxxx an das Hamburger Abendblatt gesandt hatte: Herr Volker Ter Haseborg vom Hamburger Abendblatt rief mich in der Praxis an und sagte: „Wir haben uns sehr über Ihren Brief gefreut und beschlossen, die Angelegenheit breiter aufzustellen. Können wir mit Ihnen ein Interview machen?“

Ich sagte ihm, dass er (mit seinem Bericht über Xxxxxx Xxxxxx) einen stinkenden Jauchekübel aufgemacht habe – ich wollte mit dieser Formulierung den Begriff Augiasstall vermeiden, um sicher zu sein, dass er mich versteht.

Er bedankte sich für meine Bereitschaft für ein Interview und sagte noch: „Es ist Ihnen doch klar, dass Sie Ihren eigenen Berufstand anpinkeln?“ Ich erinnere noch genau meine Antwort: „ Ich - den anpinkeln? Der pinkelt uns an“. Und dann erzählte ich ihm noch, dass ich keine Lust hätte, demnächst nur noch für reich-reich tätig zu sein… und so weiter siehe oben..


Kurz nach 14.00 Uhr rief Herr Ter Haseborg an und wir kamen in ein Gespräch, welches cirka 30 Minuten dauerte. Die Inhalte kann man im Hamburger Abendblatt nachlesen, ziemlich genau sogar. Mit einer Einschränkung: Ter Haseborg fragte mich, was es damit auf sich hat, dass Tierärzte ihren Kunden keine Rechnung aushändigen. Er hätte das mit einem Mitglied der Tierärztekammer besprochen, das ihm gesagt hat: „ Das wollen wir besser keine schlafenden Hunde wecken. “Ich antwortete genau so: „Dass Kunden keine ordentliche Rechnungen bekommen, höre ich häufiger. Steuerhinterziehung ist nicht nur eine Hauptbeschäftigung der Italiener, sondern auch mancher deutschen Tierärzte.“ Ich sagte ihm auch noch, dass „natürlich jeder Tierarzt die Steuer bescheisst, der seinen Kunden eine ordentliche Rechnung verweigert.“ Das konnte man aber nicht so lesen.

Das Interview ist auch so weit o.k., wie man es in der Abendblattausgabe vom 13. Juli nachlesen kann. Es fällt jedoch auf, dass die Abendblatt-Männer etwas geändert haben:

Ich habe nicht von der italienischen Mafia gesprochen und das Wort „manche“ fehlt auch. Dazu sei gesagt, dass ich vor Wochen in der Frankfurter Rundschau eine Kolumne über das Italien Berlusconis gelesen und meiner Frau morgens beim Frühstück vorgelesen habe Da stand: „ Die Hauptbeschäftigung der Italiener ist Vögeln und Steuerhinterziehung.“

In Erinnerung dieses wirklich witzigen Satzes habe ich mich geäussert. Allerdings habe ich das Wort „Vögeln“ in dem Interview nicht gebraucht. Als ich am Nachmittag mit Herrn Ter Haseborg telefonierte (er wollte mir ein Fax mit dem Interview zusenden, was nicht zustande kam) las er mir das Interview vor – so wie es im Abendblatt stand. Als er auf die Stelle mit der italienischen Mafia kam und das Wort „manche“ weggelassen hatte, sagte ich ihm, dass ich das nicht gesagt hätte. Seine Antwort war: „Das muss bleiben. Das ist gut.“

Ich sagte ihm noch: „Sie sind ja die Zeitungsmacher und Sie müssen das verantworten.“

Fortsetzung folgt.


Tierärztliches Institut für angewandte Kleintiermedizin
Tierärztliche Gemeinschaft für ambulante und klinische Therapien
Dirk Schrader I dr. Steven-F. Schrader I dr. Ifat Meshulam I Rudolf-Philipp Schrader
-Tierärzte-

www.tieraerzte-hamburg.com

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